Blogger–Gut, dass du weg bist

Ich bin weg.
Weg von Blogger.
Weg vom eingesperrt sein, weg vom “du darfst nur, was wir erlauben”.
Ich fühle mich frei!

Der Umzug von Blogger in ein eigenes System wie z.B. WordPress hört sich ganz einfach an und ich muss zugeben, der größte Teil ist auch einfach. Aber die Probleme liegen im Detail. Einige könnten sagen, es ist jammern auf hohem Niveau. Aber ich fange am besten vorn an.

Neue Domain besorgen und WordPress darauf installieren, das sind die ersten einfachen Schritte. Dann ins Backend und “Werkzeuge” –> “Daten importieren” auswählen, dort dann entsprechend alles von Blogger importieren was geht. Das alles klappt auch angenehm gut.

Anschließend sind alle Altlasten im neuen System. Achtung: Waren Artikel in Blogger als “Entwurf” gekennzeichnet sind diese nun veröffentlicht. Also, schnell in die Blogger-Übersicht, diese auf Entwürfe gefiltert und dann diese Artikel in WordPress auch auf “Entwurf” gesetzt. Dann ist erst mal alles gut.

Und hier könnte die Geschichte enden, wären da nicht der treue Leser des Alt-Blogs und die großen bösen Suchmaschinen. Ich fange auch hier vorn an.

Der Alt-Leser des Blogs muss irgendwie auf das neue Blog aufmerksam werden. Ist auch ganz einfach: Im Alt-Blog einen kurzen Beitrag veröffentlichen mit der neuen URL, fertig; mit der Zeit kommen die alle ins neue Blog. Persönlich Bekannten und wichtigen Verlinkungen schickt man das ganze noch per E-Mail. Später zeige ich noch, wie man auch die sonstigen Besucher zum Umdenken ins neue Blog “zwingt”.

Und nun die Suchmaschinen. Denen teilt man auch mit, dass man nun ein neues Blog hat. Dies macht man natürlich nicht per Blogeintrag oder Mail, die SuMas kennen dafür Redirection-Codes. Wer sich auskennt, der weiß: 301 vom Alt- ins Neusystem und das alte Blog ist bald vergessen und man bekommt keine Strafe bzgl. “duplicate content”; Schöne Sache, die 30x Umleitungen … wenn das denn bei Blogger funktionieren würde.

Funktioniert aber nicht. Zumindest kenne ich keinen Weg.
Man kann weder eine .htaccess anlegen, die dann umleitet – was ja der klassiche Weg wäre – noch mittels PHP eine header()-Umleitung einrichten. Es bleiben einem nur HTML und JS.

Aber man kann ja legal tricksen. Irgendwie muss ja alles von A nach B weitergeleitet werden und das geht bei Blogger über den Trick des Templates.

Zuerst installier man sich das WordPress-Plugin “Blogger 301 Redirect”. Dieses gibt einem genaue Anweisungen. Wenn man sich dran hält, bekommt man u.a. ein neues Template für’s alte Blogger-Blog. Dieses sorgt dafür, dass jeder Besucher der Startseite auf die Startseite des neuen Blogs umgeleitet wird und jeder Besucher eines Artikels wird ebenso auf den entsprechenden Artikel im neuen Blog umgeleitet – gut, dass wir die vorher importiert haben.

Leider ist es dem Plugin nicht Möglich, diese Umleitungen per 301 zu erreichen, da “nur” per Javascript “window.location.href” umgeleitet wird … aber besser als gar nicht ist es allemal.

Nun noch eine Sitemap raushauen, am besten mit dem WP-Plugin “Google XML Sitemaps”, das macht den größten Teil der Arbeit selbst. Die generierte Sitemap gibt man nun noch bei den Google Webmastertools für das neue Blog an und ist auch mit dieser Baustelle fertig.

Ich versuche, mein neues Blog mit möglichst wenigen Plugins auszustatten. Ausser den beiden o.a. sind natürlich Akismet mit dabei und auch das extrem gute “2-Click Social Media Buttons”-Plugin, welches die schönen Social-Media Buttons einfügt, die man erst freigeben muss, damit einen diese Netzwerke nicht die ganze Zeit tracken.
Wer möchte, kann ganz gezielt einzele Buttons auch permanent freigeben. Tolle Sache! Danke an Michael für den Tip in seinem Blog.

Ich hoffe, ich konnte evtl. dem ein oder anderen zumindest etwas helfen.

6 Gedanken zu „Blogger–Gut, dass du weg bist

  1. Michael

    Glückwunsch zum neuen Blog! Mal eben RSS-Feed-Reader anpassen 😉

    Bzgl. des „richtigen“ 301 würde ich mal einen Blick in das Plugin werden, das muss doch leicht zu ändern sein. Die Javascript-Weiterleitungen sind zwar schön bei Browsern, aber Suchmaschinen, Scripte etc. kriegen das nicht mit. Kann man da nicht irgendwo eine .htaccess ablegen oder in PHP die entsprechenden header() Befehle setzen? Kenne Blogger nicht und weiß nicht wie weit man da etwas ändern kann.

    Sag mal gerade schnell, sind in dem Export von WordPress auch die ganzen Mediathek-Dateien drin? Dachte es wären nur die eigentlichen Artikel + Kommentare…

    Freue mich immer über Stolperstellen, Listen und Dinge die man bei Umzügen beachten muss. Wobei bei einem Blogger-Umzug ja viele Dinge wegfallen wie E-Mail-Accounts, Webmaster-Tools den Umzug beibringen, Subdomains, Cronjobs etc. Da hast du es ja noch einfach 😉

    Michael

    Antworten
    1. Sascha Presnac Beitragsautor

      Hi Michael,

      der erste Eintrag im Blog und gleich von der „Prominenz“, ich fühle michb geehrt 😉

      Bzgl. 301: Klar, per .htaccess oder auch „nur“ per PHP wäre es natürlich der elegantere Weg gewesen, leider kannst du bei blogger.com entweder HTML oder JavaScript nutzen und bei beiden fällt die Möglichkeit weg, den schönen 301 zu nutzen.
      Bzgl. Mediathek: Ich glaube, du erwartest zuviel vom kleinen blogger. Es gibt keine Mediathek. Die Bilder liegen, bei einem Google Dienst ganz natürlich, bei Picasa in einem Webalbum und sind im Artikel entsprechend verlinkt. Beim Import braucht da nix verändert werden, es sei denn, du möchtest auch gleich von Picasa weg … dann gibt es dafür ein Plugin.

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  2. jule_

    Ich fände es schön, wenn du den RSS-Feed ungekürzt zur Verfügung stellen könntest. Im Moment wird er nach etwa 3 Zeilen mit […] beendet.

    Ansonsten: Gratulation zur neuen Freiheit 😉

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  3. Philip

    Und wenn Du jetzt noch einen Full-Feed aktivierst, dann kann man auch die Beiträge endlich mit dem Programm der Wahl lesen 😉

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